





Der Regionalzug hatte ein paar Minuten Verspätung, also stiegen wir spontan früher aus. Der Marktplatz roch nach Pflaumenkuchen, die alte Kirche war kühl und weit, und auf dem Turm wehte der Wind Geschichten heran. Der nächste Zug kam rechtzeitig, aber wir blieben länger, kauften Postkarten und lachten darüber, wie ein kleiner Umweg den ganzen Tag in warmes Licht tauchen kann.
Eine ältere Dame erzählte vom besten Aussichtspunkt am See, versteckt hinter einer Bootswerft. Wir stiegen dort aus, setzten uns auf die Holzbohlen und sahen zu, wie das Wasser die Wolken zerpflückte. Später begegneten wir ihr wieder im Zug. Sie lächelte, als hätte sie gewusst, dass dieser kleine Rat uns den schönsten Moment schenken würde.
Als der Himmel kippte, retteten wir uns in einen kleinen Buchladen am Bahnhof. Die Seiten rochen nach Geschichten, draußen spülte der Regen den Staub von den Schienen. Der Anschluss verspätete sich, aber niemand murrte. Wir fanden Karten, planten neue Abzweige und gingen später mit klarem Kopf, trockenen Füßen und einer Ideenliste weiter, die länger war als zuvor.